Lost Chronicles

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In dieser Zelle hier befand sie sich nur, da sie beabsichtigt hatte den Waschbären nicht einfach so liegen zu lassen aufdass er vielleicht an Verletzungen die man nicht sehen konnte kaputt ging und um den Drachenreiter zusammenzuflicken. Eigentlich etwas das unter dem Begriff gute Tat verbucht werden könnte. Erhalten hatte sie dafür bisher sehr unangenehme Reaktionen. „Zur Kenntnis genommen.“ Berücksichtigen würde sie seine Gebrauchsanweisung das nächste Mal sicherlich auch wenn dahin gestellt war wie viel Sinn sie für die Magierin wirklich ergab, auf wie viel Verständnis sie traf, und natürlich auch ob es überhaupt ein nächstes Mal gab. Alles in allem hatte sie schon lange gelernt, dass sie vieles nicht verstehen und nachvollziehen können musste.

Trotz ihres Ärgers und Unbehagens bemerkte sie das kleine Wort in der Formulierung: Falls. Der Mann konnte nicht sehen wen er vor sich hatte, womöglich konnte er ebensowenig abschätzen wie grob er wirklich war, in Taten wie in Worten. Nein es war kein Falls. Er war grob gewesen. Die helle Stelle an ihrem Handgelenk, dort wo kräftige Finger das Blut aus dem Gewebe gedrückt hatten, und die sich nun verdächtig rötlich verfärbte bewies dies zweifelsfrei. Ihrer Wertung nach war es mehr als angebracht ihn darauf hin zu weisen, dass er für ihr dafürhalten eine zu grobe Wortwahl besaß und zu stark zugegriffen hatte. Das letzte Mal, als sie so fest angepackt wurde, war sie in diesem vermaledeitem Kerkergängegebilde, in dem sie gefoltert wurde, entblößt, und wie ein elender Sack modriges Stroh in eine Zelle geworfen. Entsprechend dünn lagen ihr das Unwohlsein unter ihrer Haut, nicht zuletzt da sie sich im Moment passender Weise auch noch in einer Zelle befanden. Dennoch blieben ihre Worte kühl und ruhig, weder besonders scharf noch schneidend.

Wie auch immer. Auch wenn sie die Entschuldigung registrierte war hier alles weit davon entfernt schon in Ordnung zu sein.
Wie Athains Nachfrage klar gestellt, hatte, hatte er tatsächlich keine Ahnung was er wie aussprach, und auch wenn er sich hilfesuchend an den Jungspund wandte, machte dieser übermütige Bursche nicht wirklich den Eindruck als wäre er die richtige Quelle um Erleuchtung zu erlangen. Und wie sehr sie Recht behalten sollte. Caius hatte leider auch noch sehr merkwürdige Ansichten, wie sie dank seiner Worte zur Kenntnis nehmen musste.
„Also. Eine Frau, welcher trotz Einladung auf Speiß und Trank der letzte freie Sitzplatz in einer Taverne frech verwehrt wird, es sei denn sie legt einem alles auf den Tisch das sie Umtreibt, der aber im Gegenzug danach sogleich etwas unwahres aufgetischt wird, deren Worte mittels einer Metapher mit einem Licht das auf einem Scheißhaus brennt gleichgesetzt werden, von irgendwelchen Schlägern bedrängt wird und dann noch immer nicht ärgerlich reagiert, ist eurer Meinung nach zu wenig duldsam. Oder anders ausgedrückt, sie kann nicht einstecken. Eine sehr interessante Sichtweise..“ Rekapitulierte sie ruhig. Waren die Beiden ein Paradeauszug für die Drachenreiter, deren Manieren und Meinungsbild? Das hier gab ihr im Moment wenig Zuversicht aber einen sehr guten Einblick warum die Drachenreiter so aneckten und sie hoffte inständig, dass Marius nicht auf diese Weise geformt würde. Sie musste über ihre eigenen Ziele und Ambitionen hinsichtlich dieses Vereines nachdenken. Es wunderte sie nach dieser Erfahrung jedenfalls nicht mehr, warum der Ordo Draconis so manche Probleme mit der Regierung und der Gesellschaft hat.

„Sei es drum.“ Die Männer waren im weitesten Sinne befreit von ihrem Zugriff, schließlich gehörte sie zu einer Armee voller lebendiger Waffen. Vielleicht waren die Beiden es einfach gewohnt frech und dreist sein zu können, weil die Leute aus Angst vor den drohenden Drachenschatten und deren Zorn vieles hinunter schluckten und kuschten. Das würde dem Pöbel ähnlich sehen. Sie selbst sah auch davon ab weiter nach zu bohren oder zu eskalieren. Auch sie war fern davon die Echse die womöglich mithörte einschätzen zu können. Und für liebliche Bemühungen taugten die beiden auch nicht. Insbesondere da der Ordens der fern jeglichen Zugriffes, auch hinsichtlich des normalen oder magischen Gesetzes existierte. Inzwischen erwog sie, dass dies korrigiert gehörte. Aber jetzt musste sie eine Arbeit abschließen. „Und nun haltet bitte still Ahtain, und den Mund geschlossen. Ihr habt eine Wunde im Gesicht die ich säubern möchte bevor ich den Arm nähe.“

Vielleicht war es ein Fehler das Ganze vorerst abzutun. Oder vielmehr war es ein Fehler anzunehmen die vorhergehenden Worte würden ausreichen um den Mann bedachter reden zu lassen. Kaum war sie fertig mit dem Arm vergriff er sich abermals. Wie kam er auf die Idee ihr „scherzhafte“ Betitelungen geben zu dürfen, und die im Satz verbaute Annahme sie könnte so unfähig sein stießen ihr vor den versammelten Leuten unangenehm vor den Kopf und kränkten sie tatsächlich in ihrer Berufsehre. Die Rechnung dafür legte sie ihm prompt auf den imaginären Tisch. Sein Kopfschütteln erweckte bei ihr jedoch nicht sonderlich den Eindruck als ob er ihre Aussage verinnerlicht hätte.

Seine folgenden Worte verwunderten sie dann zugegeben jedoch sehr. War das nun sein ernst? Er wollte wissen wie viel ihre Gunst kostet? Als ob sie käuflich zu erwerben wäre wie eine Dirne? Im ersten Moment wollte sie ihm 'Eure Seele' antworten verbot sich jedoch die schnippische Zunge und sah den Mann für einen gedehnten Augenblick nur ernst an während in ihrem Hirn imaginäre Zahnrädchen arbeiteten. Nach den Preis der Heilbehandlung konnte er auch schwerlich fragen, oder? Sie konnte sich auch nicht vorstellen, dass er sich antrug um sie zu werben. „Meine Gunst ist nicht käuflich zu erwerben. Das Hemd könnt ihr wieder anziehen.“

Scimitar, der schlaue Nager hielt sich bei dem Geplänkel im Hintergrund und mischte sich nicht bei dem Wortabtausch zwischen den Drachenreitern und der Magierin ein, die ihn kurz darauf wie zum falschen Danke erpresste und verpflichtete die Schatulle samt Inhalt in seinen Besitz zu bringen. Auch den Auftrag nahm er ohne direkt zu Murren entgegen, auch wenn die Körperhaltung und seine Blicke mehr als Bände sprachen. Sollte er sie zur Vieläugigen wünschen und gedanklich erdrosseln. Sie mussten sich nicht mögen oder vertrauen um diese - auf den ersten Blick sehr einseitige - Geschäftsbeziehung abzuwickeln. Dabei war diese Angelegenheit weit weniger Einseitig als das Pelztier im ersten Augenblick denken möge, schließlich ging es Atevora nur um eines: Den Schutz des reiches Aeria vor magischen Übergriffen, und Scimitar wurde eben soeben dazu verpflichtet hier tatkräftig mitzuwirken. Ein wenig Hilfe zur Selbsthilfe, zumal die Magierin auch alles ihr mögliche unternehmen würde, damit kein anderer Magier Anspruch auf dieses vermeintlich magische Wesen erhob um an ihm herumzupfuschen.
„Caius, wie war das vorhin? Ich kann zwar austeilen aber nicht einstecken? Ihr sollt wissen, dass ich sofort bemüht bin diesen Missstand zu korrigieren. Also nein ich werde den Brief nicht mehr austeilen.“ Demonstrativ faltete sie ihn behände und schob ihn oben in ihr Robenoberteil, sodass ein Gegenüber zudringlich werden musste um ihn wieder zu bekommen. Sie holte ihn mit einem etwas boshaften Schmunzeln aber gleich wieder hervor. „Der Gesichtsausdruck war den Scherz wert.“ Zu den Worten entfaltete sie ihn wieder. „Wenn ihr irgendwo dieses Zeichen seht, solltet ihr mich verständigen.“ Mehr als einen Blick ließ sie den Burschen nicht gewähren, ehe sie den Brief endgültig wegsteckte.

Athain lehnte der Magierin „Angebot“ sich um Schadenbegrenzung zu kümmern ab. Dabei hob er hervor, dass wenn sie helfen wollte, sie es nur für Caius tun sollte. Etwas skeptisch stachen der Magierin kühle Augen in seine Richtung. Das Murmeln das in des jungen Burschen Richtung erfolgte war zusammen mit den Lippenbewegungen die sie erkennen konnte, verständlich genug. Er sollte sich also davor hüten einen Gefallen von ihr anzunehmen. „Mumpitz.“ Entgegnete die Magierin, wobei kurz danach die Augenbrauen einen Moment zu einander zuckten. Hatte sie wirklich gerade das Wort Mumpitz genutzt? Da war wohl jemandes Wortwahl ansteckend. Innerlich schmunzelte sie bei dem kurz aufkeimenden Gedanken an den feueräugigen Mann. Für einen Wimpernschlag schloss sie die Augen und striff ihn wieder ab. Caisus war hier schon eher gewillt das Angebot anzunehmen, aber er umfasste wieder Athain. Die Erwähnung, dass die Beiden öfter solche Glanzstücke hinlegten verwunderte sie nicht sonderlich. „Meine Möglichkeiten erstrecken sich auch abseits von Gavron und des Ordo Draconis. Aber ihr solltet wohl besser auf Athain hören und auf mein Angebot verzichten, er kennt sich sicher aus und weiß absolut wovon er spricht. “ Erklang es gleichgültig. Sie würde dem magischen Rat von allem künden, und alles weitere würde sich ergeben. "Bitte behandelt das mit dem Brief vertraulich, bis ich ein paar Dinge geregelt habe." Die oberen Stellen würden entscheiden ob sie mögliche Stellschrauben bewegten um den Ball auch für die Drachenreiter möglichst flach zu halten. Aber das würde sich in den nächsten Stunden zeigen. Sie hatte nun erstmal einiges zu tun.

Lotti, für Atevoras dafürhalten die Gute Seele hier im Zellentrakt, willigte ein und ein lauter schriller Pfiff stieß durch den Raum, dass es der Gräfin schier die Nackenhaare aufstellte. Die Unterhaltung mit dem Wachmann ließ die Magierin schmunzeln, und die Information freilich auch als womöglich irgendwann einmal nützlich abspeichern. Scimitars ungläubigen Blick, als sie tatsächlich aus der Zelle entlassen wurde, entging der Magierin auch nicht. Stimmt, der kleine haarige Geselle hatte nicht mit bekommen, dass sie hier keine Inhaftierte sondern nur zu Gast war. Aber sie würde einen Teufel tun um ihn aufzuklären, sondern winkte ihm nur vordergründig freundlich zum Abschied zu. "Auf Wiedersehen." Bei der Hure blieb die Magierin einen Moment stehen. „Vielen Dank Lotti.“ Sie steckte ihr mit einem Flüstern etwas zu das Lotti sehr erfreut wirken ließ.
Damit verschwand die Magierin um die Prima des Hauses Diaspor zu verständigen, und ihren felligen Mitarbeiter aus den Fängen der Justiz zu befreien. Es könnte reichen vorzubringen, dass er ein magisches Wesen war und somit ihrer Zuständigkeit und Gerichtsbarkeit unterlag.
Reichlich verwirrt sah Scimitar der Magierin, seiner neunen Dienstherrin, durch die Gitterstäbe nach, wie sie hinter dem Wachposten den Gang in Richtung Freiheit entschwebte. Dann ließ er sich auf den pelzigen Hinter plumpsen. Athaín passte, was das Spiel anging, aber Caius war dabei und suchte auch schon geeignete Steine zusammen. „Aber wir werfen von dem da weg.“ Bei diesen Worten wies der Waschbär auf den Betrunkenen, der eben unverständliches vor sich hin brummelte. Allerdings waren irgendwo dazwischen die Worte >Mausebärchen, nicht doch … Schatzilein …schlafen … wo< dann doch deutlich zu verstehen. „Ich denke mal, da ist einer daheim rausgeflogen und hat seinen Frust im Alkohol ertränkt!“ feixte der Söldnerbär in Richtung der Drachenreiter. >Der ist Stammgast hier!< tönte Lotti von der anderen Zelle herüber. >Versäuft sein Geld, sobald er es hat und seine Alte wirft ihn regelmässig raus. Das letzte Mal hatte er eine fette Beule am Hirn, weil sie ihm eines mit dem Nudelholz übergebraten hat. Is‘ ein armes Würstchen. Harmlos! Von Zeit zu Zeit kommt er zu mir, um sich auszuheulen und … naja Bedürfnisse zu stillen: Ist ja auch nur ein Mann. < Dann lehnet sich die Hure demonstrativ ans Gitter, um beim Schnittack zuzusehen.

Scimitar war bei diesem Spiel recht geschickt, aber auch Caius war anscheinend kein Neuling auf dem Gebiet, sodass es richtig spannend wurde. Bei dem Spiel ging es darum, die eigenen steine möglichst nahe an einen Zielstein zu schnippen, ohne diesen zu verschieben. Die gegnerischen durften aber sehr wohl wegschubst werden. Der Waschbär schnipste eben mit seinem letzten Stein einen des Drachenreiters zur Seite und war somit am nächsten dran. „Gewonnen!“ grinste er während der Rotschopf eine Schnute zog. „Sorry Kleiner, aber ich bin ungeschlagener Meister der Glücksspieler.“ Aus dem Gang ertönte Geklapper. „Ah sehr gut wir kommen raus.“ >Freu dich nicht zu früh Scimibärchen. Das ist nur das Essen … sofern dieser Fraß den Namen verdient!< zerstörte Lotti seine Träume. Und tatsächlich, der Wächter schob ihnen vier Schüsseln unter dem Gitter durch in die Zelle. Skeptisch schnupperte der Waschbär an einer davon. „Was zum Henker soll das sein?“ >Haferschleim, an Sonnentag gibt’s auch mal eine Scheibe Brot dazu, mit Glück ohne angebrannte Kruste.< Uähhhh …. Scimitar war gerade sehr froh, sich im Wichtel vor der Rauferei ordentlich den Wanst voll geschlagen zu haben.

Seufzend kratzte er sich das Ohr. Der kleine Riss hatte mittlerweile eine hübsche Kruste, aber es begann zu jucken. Ausserdem war er sich sicher, dass es in diesem Drecksloch jede Menge Ungeziefer in Form von Flöhen gab. Diese Mistviecher liebten es, sich in Pelz zu verkriechen und machten nichts als Ärger. Um sich von der Vorstellung abzulenken, was sich eben alles daran machte, sich bei ihm einzunisten, wandte er sich an die beiden Drachenreiter. „Nachdem wir hier wohl noch ‘ne Weile zusammen festsitzen, sollten wie uns vielleicht etwas besser bekannt machen. Scimitar Racoonis, Söldner und wenn ich das Geschwafel von der Magierin richtig verstanden hab steck ich grad bis zu den Schnurrhaaren in Problemen. Hätt ich diesen verdammten Auftrag nur nicht angenommen. Hätte mich stutzig machen sollen, dass der Fettsack so eine Menge Geld ausspuckt für einen reinen Begleitaufwand.“ Brummend kratzte er mit der Kralle am Boden herum.
Athaín lauschte mit halbem Ohr. Was diese Bordsteinschwalbe so alles wusste... Allerdings interessierte er sich nicht die Bohne für den vollgepinkelten Säufer, und die Dienste einer Liebesdienerin konnte er sich bei seinem Kassenstand sowieso nicht mehr leisten. Abgesehen davon, dass er derzeit andere Sorgen hatte. Pech für Lotti, die sich wohl finanzkräftigere Kundschaft würde suchen müssen. Dennoch verfolgte er das Gespräch mit mäßigem Interesse und horchte auf, als Geräusche von der Tür ertönten. Sein erster hoffnungsvoller Gedanke war derselbe wie bei Scimi, aber das erwies sich als trügerisch, denn Gavron hatte wohl vor sie noch eine Weile hier schmoren zu lassen. Stattdessen gab es... Essen. Oder was man als Solches bezeichnen mochte. Zum Glück war die Mahlzeit im Wichtel reichhaltig gewesen, sodass ihm der Magen noch nicht tief genug in den Kniekehlen hing um das Zeug anzurühren. In der Nachbarzelle wurde allerdings durchaus gelöffelt und geschlürft, anscheinend schmeckte sogar der Knastfraß wenn man lange genug einsaß. "Sag ihr sie kann meine Portion haben", brummte der Drachenreiter in Scimitars Richtung. "Oder wer sonst will." Vielleicht konnte man damit ja handeln oder krumme Geschäfte machen. Er hatte dafür allerdings weder Interesse noch Talent.

Die Runde Schnittack ging an den Waschbären, was Athaín nicht wunderte. Es war nie eine gute Idee, sich mit Söldnern auf Glücksspiele einzulassen, denn diese beherrschten das meist sehr viel besser als man selbst. Obendrein beschissen sie meistens, was er allerdings Scimitar nicht unterstellen wollte. Wäre es tatsächlich um Geld gegangen, hätte er den Jungspund zumindest versucht davon abzuhalten, auch wenn er gewöhnlich nichts dafür übrig hatte Gouvernante zu spielen. Aber es ging nur um ein Bier, das würde schon niemanden ruinieren. Mit übergeschlagenen Beinen blieb er also an die Wand gelehnt sitzen und lauschte beiläufig dem Geklicker der Steinchen auf dem Boden. Zugegeben hatten die Heilkünste der Magierin bewirkt dass er sich besser fühlte. Der Schnitt an seinem Arm pochte nicht mehr, und auch die diversen Prellungen schmerzten nicht bei jeder Bewegung. Dummerweise war er ihr dafür etwas schuldig, und Athaín hasste es etwas schuldig zu sein. Das bedeutete immer Ärger, und dass dieses Frauenzimmer Gefallen durchaus einzufordern wusste, sah man ja an dem mehr oder weniger einkassierten Waschbären.

Dem schien seine Bredouille auch voll und ganz bewusst zu sein, und hätte der Drachenreiter es gekonnt, hätte er ihm einen mitleidigen Blick spendiert. Stattdessen zog er einen Mundwinkel hoch. "Freut mich. Ich bin Athaín und Caius kennst du ja schon. Eigentlich sind wir Drachenreiter, wenn wir nicht gerade unserer Nebentätigkeit als Tavernenschläger nachgehen." Der Hellhaarige brummte leise. "Das mit den Schnurrhaaren ist wohl zärtlich untertrieben. Dir wurde gerade ein Halsband verpasst, mein Freund. Hat ganz schön Haare auf den Zähnen, dieses Fräulein Magierin. Aber ihr Zeug ist gut." Er bewegte probehalber den verletzten Arm und verzog anerkennend die Lippen, bevor er seine Aufmerksamkeit wieder Scimitar zuwandte. "Und du verdienst dein Geld mit... äh... Begleitaufträgen?"

Ein Schlüssel wurde im Schloss gedreht, kurz darauf öffnete sich knarzend die Zellentür. Eine Wache steckte den Kopf hinein und brummte mürrisch: "Die Runde ist beendet. Ihr, bedankt Euch bei einer gewissen Magistra Wailamereis", er nickte in Richtung Scimitar, "und die beiden Herren sollen sich bei einem gewissen Kommandanten Gavron einfinden. Die Wortwahl lautete schnellstmöglich. Und jetzt - raus hier!" Damit ging dieses Abenteuer wohl zuende, aber ein anderes wartete sicherlich schon...
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