Lost Chronicles

Normale Version: Es war einmal vor langer Zeit in einer weit entfernten Feenwelt
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(Die Geschichte ist noch nicht frei von Fehlern, aber ich wollte sie von meinem zugemüllten Desktop loswerden - ich arbeite aber noch an ihr)


Irgendwo tief in der Leere existiert eine namenlose Feenwelt, die ihren Namen eins verloren hatte, als in einer tragischen Katastrophe ihr gesamtes Ökosystem in sich zusammengebrochen war, nachdem ihr die Quelle genommen wurde. Diese Quelle war aus unterschiedlichen Gründen ungewöhnlich. Denn sie war eben kein lebloser Stein, keine stumpf vor sich hin sprudelnder Fluss, sondern ein lebendiges Wesen, mit vollem Bewusstsein und ausgeprägter Intelligenz. Ein Baum namens Yggdrazil, der aufgrund der unerschöpflichen Magie, die er produzierte und ausstieß, nicht nur sich zu gigantischer Größe verhalf, sonder auch die Flora und Fauna in seiner Umgebung in die Höhe trieb. Und dieser Baum versteckte sich nicht aus Angst vor gierigen machtsüchtigen Lebensformen, sondern durchwurzelte seine gesamte Ebene, stand mit jedem Lebewesen in Kontakt, und arbeitete in tiefer Symbiose aktiv mit das Leben so bunt und artenreich wie möglich zu gestalten.
Doch diese Hochmut sollte Yggdazil zum Verhängnis werden.

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„Komm schon Kay so schwierig ist das nicht!“
Kayron verdrehte die Augen und warf seinen Geschwistern Yari und Koga auf der anderen Seite des Flusses einen eingeschnappten Blick zu.
„Wenn ihr mich ständig ablenkt komm ich nie dazu!“
„Laber nicht! Du kannst die ganze Nacht dort stehen und würdest am nächsten morgen immer noch das Wasser böse angucken“
Yari, die sich bisher wie üblich zurückgehalten hatte meldete sich jetzt auch zu Wort.
„Die sonne geht bald unter wir müssen nach Hause“
Gespielt genervt hüpfte Koga näher zum Ufer.
„Nah gut, wie du meinst“
Damit tauchte er seine Pfote ins Wasser. Mit einem Schlag fror die Oberfläche des Flusses zu und bildete einen Übergang zum anderen Ufer.
Erleichtert, dass das Mobbing sein Ende hatte richtete Kayron seine vier Beine auf und begann damit hastig den Fluss zu überqueren. Er hatte noch nicht die Hälfte des Weges hinter sich gelassen, da gab der Boden plötzlich unter ihm nach und er plumpste bäuchlings in das viel zu tiefe Gewässer.
„Hahaha reingefallen!“
„Koga!! Lass den Unfug! Kay kann nicht schwimmen!“
Plötzlich änderte sich die Strömung um Kayron, schien ihn regelrecht zu umklammern, drängte ihn zum anderen Ufer und spuckte ihn auf der anderen Seite aus. Kayron musste eine Weile husten und sich schütteln, sodass ihm gar nicht auffiel, das seine Schwester seinem großen Bruder einen Klaps auf die Schnauze gab.
„Vielen dank Aqualandra“ Yari machte einen kleinen Knicks.
Erste jetzt wurde Kayron bewusst, wer ihn aus dem Wasser gefischt hatte. Aualandra ein Wesenheit, die gänzlich aus Magie und Wasser bestand. Noch während Kayron sie mit großen Augen anstarrte formten sich die Wassermassen zusammen, um die unverkennbare Form eines Krogarias zu übernehmen. Sichtlich erfreut erwiderte sie den Knicks und sprang danach rücklings zurück ins Wasser.
„Kommt jetzt.“
Koga gab seinem kleinen Bruder noch eine Kopfnuss, folge dann jedoch seiner Schwester. Kayron schüttelte noch einmal kräftig die letzten Tropfen aus seinem Fell, bevor er seinen Geschwistern hinterherrannte. Es bereitete ihm einiges an Mühe ihnen zu folgen, waren sie doch doppelt so groß und kräftig wie er.
Yari war beiden weit voraus. Mit langen grazilen Sprüngen flog sie förmlich über das Unterholz. Hin und wieder machte sie auf einer Anhöhe Halt und wartet darauf, dass ihre Geschwister sie einholten. Yaris Fell hatte genau so wie das seines beleibteren und schwerfälligeren Bruders von Geburt an die Fellfarbe ihres Vaters geerbt. Ein dunkles Borken-farbiges Braun. Doch jetzt während sie auf dem Felsen auf dem sie wartete im Licht des Sonnenuntergangs stand, leuchtete es in den unterschiedlichsten Rottönen. Kayrons Ur-ur-Großvater Khan hatte einmal erwähnt, durch die ständige Verbindung der Krogaria mit Yggdrazil, strömte mit der Zeit so viel Magie durch ihre Körper, dass man hin und wieder die ein oder anderen Funken Magie an ihrem Äußeren wiedererkennen kann. Khan war generell eine sehr mysteriöse Gestalt. Er war nur sehr selten zuhause. Meistens war er auf Yggdrazils Auftrag unterwegs in den Randgebieten. Doch wenn er zuhause war, und ausnahmsweise nicht gedankenverloren in den Himmel starrte, erzählte er die skurrilsten Geschichten. Besonders interessant fand er die Geschichten vor der Zeit, in der die Krogaria noch nicht Teil von Yggdrazil Reich waren. Damals lebte Khan in einer fremden beinahe Magielosen Welt, in der man seine Art noch nicht voller Stolz Krogarian nannte, sondern Wölfe. Angeblich konnte man damals nicht nur keine Magie wirken sondern, sondern auch weder schreiben noch sprechen. Während Krogaria heute von Natur aus nach wenigen Jahren ihrer insgesamt etwa 100 Jahre langen Lebensspanne, einen sehr breiten und kräftigen Körperbau von der Größe eines Pegasus erreichten, und mit Yggdrazils Hilfe noch darüber hinaus, waren Wölfe damals wohl nur sehr schmächtige kleine Gestalten gewesen im dauerhaften Kampf ums überleben. Selten erreichten sie ein Alter von über 20. Khan war Yggdrazil so dankbar gewesen, von diesem Leben befreit worden zu sein, dass er sich freiwillig in Yggdrazils lebenslangen Dienst gestellt hatte. Ein Dienst der aufgrund von Khans unnatürlich langer Lebenszeit bis heute anhielt.
Kayron konnte sich ein Leben wie Khan es beschrieb kaum vorstellen.
Eine magielose Welt ohne Feen, magische Wesen, Zauber? Was bleibt da noch übrig?
Mit einer letzten anstrengenden Klimmzug-Bewegung stemmte sich Kayron auf den Felsens, auf dem Yari gerade eben noch gestanden hatte. Natürlich war sie mittlerweile nicht mehr dort, sondern drei Sprünge weiter auf einem umgestürzten Baumstumpf. Kayron nutzte jedoch den Moment, um auf sich herab zu sehen, Enttäuscht musste er feststellen, dass sein pechschwarzes Fell nicht die selben schimmernden Nuancen zeigte wie die von Yari.
„Nicht bummeln“ Koga packte ihn mit seinen Lefzen am Nacken und trug ihn über das unwegsame Terrain.
„Lass ihn doch selber laufen. Nicht, dass er so fett wird wie du“
Koga warf seiner Schwester einen feixenden Blick zu, dachte aber nicht daran Kayron loszulassen.
Mein Fell schimmert wahrscheinlich nicht so schön, weil ich Yggdrazil Magie kaum beherrschen kann.
So gemein sein großer Bruder auch war, eigentlich meinte er es nur gut mit ihm, Immer und immer wieder erfand er Gelegenheiten, in denen Kayron Magie verwenden musste – aber es nicht konnte.
Er hatte schon zu Beginn große Schwierigkeiten gehabt selbst leichte Dinge wie einen Stift zum schreiben zu Bewegen und die Transformation von Dingen gelang im im gegensatz zu anderen seines Alters bis heute noch nicht. Lediglich die Verbindung zu Yggdrazil war im zum Glück angeboren.
„So da wären wir.“
Sanft ließ Koga seinen kleinen Bruder in Gras plumpsen. Die Behausungen der Krogaria waren sehr unterschiedlich und kreativ. Manche buddelten sich eine Höhle und bauten sie mit Steinen und Holz Böden und Wände ein, oder übernahmen natürliche steinerne Höhlen in Felsformationen und bauten diese kreativ aus. Andere nutzen Ihre Magie um sich selber aus der Natur, Blattern, Pflanzen und Steinen eine lebende Behausung zu formen. Meistens gingen die einzelnen Behausungen auch ineinander über.
Kayron wollte gerade seinem Bruder folgen, der sich mit Mühe und Not in eine der Höhlen quetschen wollte - leider jedoch steckenblieb, als ihn irgendetwas aufhorchen ließ. Er spitzte die Ohren und sah in die Richtung aus der er meinte etwas gehört zu haben. Gerade, als er es als Einbildung abhacken wollte, hörte er es erneut. Es waren keine Worte, nicht mal eine Stimme. Vielmehr fühlt es sich an als würde ihn ein fremdes Bewusstsein streifen und ihn zum Fluss drängen, von dem er hergekommen war.
„Hört ihr das?“
Yari sah ihn einen Augenblick irritiert an und schüttelte sogleich den Kopf, nur um sich sogleich wieder ihrer Aufgabe zu widmen ihren Bruder zu ärgern.
„Erfindest du wieder Geschichten, nur im nicht schlafen zu müssen“
Kays Mutter hatte es wieder geschafft sich mit ihrem üblich sanften Schritten trotz ihres schimmernden weiß-grauen Fells lautlos an ihn heran zu schleichen. Sie warf ihm noch ein sanftes Lächeln entgegen , dann wandte sie sich ihren andern Kindern zu.
„Hast du wieder zu viel gegessen Koga?“
„Mama!“ Yari sah ihre Mutter empört an.
„Was?
Kayrons Mutter sah Yari voller gespielter Unschuld an.
„Du bist eine Mutter, du darfst so was nicht sagen?“
„Ach weißt du, ich bin mit eurem Vater damals noch viel … unsanfter .. umgegangen. Wenn ihr nur wüstet was für ein Rollmops der war. Und sieh dir an zu was für einen stolzen kräftigen Kroganer er herangewachsen ist.
Yari musste angesichts des Geschmachte ihrer Mutter unweigerlich die Augen verdrehen.
„Manchmal braucht es nur ein wenig Nachdruck“
Damit gab Kayons Mutter Koga einen heftigen Tritt in den Allerwertesten. Mit Schwung wurde er in das innere der Behausung katapultiert und kullerte durch die Wohnung. Was alles an der Innenarchitektur zu Bruch ging, konnte man an den Geräuschen nur erahnen
Mit einen unschuldig trällernden „Gern geschehen“ entfernte sie sich und sprang mit fünf kräftigen Sprüngen den Berghang zu ihrer eigenen Behausung hoch.
Kayrons Mutter hatte einen ausgesprochen Sinn für Schönheit, Die Gestaltung ihrer Behausung war weit in Yggdrazils Welt bekannt und beneidet. Ranken und Bäumen kletterten an der Felswand hinauf und waren mit den mit den unterschiedlichsten bunten Blumen, die als Behausung für kleine Feen diente bestückt. Manche dieser Blumen schlossen sich in diesem Moment, während das letzte Tageslicht erlosch, andere streckten sich dem Mondlicht entgegen. Die Luft war erfüllt von dem Summen und flattern der diverser Feenarten, für die die Blumen als Schlafplatz dienten. Es führe zwar eine rustikale Treppe hinauf zum Höhleneingang, doch meist wurde diese geflissentlich ignoriert und man sprang stattdessen die Felsen hoch.
„Kommst du Kay?“
Yari wartete ungeduldig am Eingang des Baus
„Ich komme....“
Schon wieder ertönte diese Ruf, und drängte ihn dazu ihm zu folgen. Jetzt konnte sich Kayron der Stimme nicht länger verweigern.
„Ich muss noch mal eben was trinken.“
„Nah gut, beeil dich“
Damit schlüpfte sie durch den Erdtunnel ins Innere des Hauses.
Kayron konnte noch dumpf hören, wie sich Yari darüber beschwerte, dass Koga ausgerechnet über den Tisch rollen musste. Danach war er jedoch bereits im Dickicht verschwunden.
Mittlerweile war es stockfinster. Würden nicht die ganzen Feen durch die Luft summen, die entweder zu zu Kayrons Mutters Haus flogen, um sich in einer der Blumen schlafen zu legen, oder anders herum, nachtaktive Feen hektisch in der Luft spielen, er hätte die Pfote nicht vor Augen gesehen. Energisch folgte er der Stimme. Mittlerweile war er sich sicher, dass er sie sich nicht einbildete. Unermüdlich kletterte er von einem Felsen über den andern, kroch über Baumstümpfe hindurch und sprang über kleine Bäche, bis er den Fluss erreichte, aus dem Aqualandra ihn herausgefischt hatte. Doch jetzt stand er vor einem erst zunehmenden Problem. Die Stimme, die ihn rief, kam eindeutig vom anderen Ufer.
Was soll ich machen? Koga und Yari sind nicht da und Aqualandra wird auch weitergeflossen sein.. Wenn ich dort reinfalle werde ich ertrinken.
Mit viel Willenskraft löste sich Kayron von der bezaubernden Stimme, die ihn rief und wollte wieder nach Hause rennen, doch etwas riesiges versperrte ihm den Weg. Mit angelegten Ohren sah Kayron an dem in der Dunkelheit kaum wiederzuerkennenden Widerstand hinauf, welcher das Mondlicht verdeckte, bis seine Blick auf zwei funkelnde in der Dunkelheit golden leuchtende Augen trafen.
„Nah wenn dass nicht mein Enkel Kayron ist.“ grollte es von oben herab.
„Ur-Ur-Opa Khan?“
Khan war von imposanter Gestalt. Durch seine langen Lebensjahre und die stetige Zufuhr von Magie, sowie die andauerten Kämpfe in den Randgebieten, hatten ihm zu einer Größe und Stärke verholfen, die alle andern Kroganer in den Schatten stellte. Als erster Berater und Krieger Yggdrazils war er im ganzen Reich ein Legende. In der Dunkelheit konnte man es nicht erkennen, doch Kayron wusste, das Khans Körper mit Narben übersät war.
„Ur-Ur-opa? Wie doch die Zeit vergeht...“
„Ich ähh …. wollte nur eben was trinken, ich geh sofort nach hause.“ Kayron hüpfte von einem Bein auf das andern. Verlegen, vor einer solchen Berühmtheit zu stehen.
„Nein wolltest du nicht. Du folgst der Stimme in deinem Kopf.“
Kayron horchte auf. „Du weißt was das ist?“
In der Dunkelheit konnte man es zwar nicht sehen, aber sein amüsiertes grinsen war förmlich zu hören.
„Folge ihr und finde es heraus“
Damit erhob er sich schwerfällig. Erst jetzt stieg Kayron der stechende Geruch von Blut in die Nase. Khan humpelte ein paar Schritte in Richtung Kayron Zuhause.
„Ich werde deiner Familie erzählen, dass ich dich auf eine Spritztour mitgenommen habe um dir in allen langweiligen Details von meinen ach so Spannenden Abenteuern zu erzählen – oder was auch immer Ur-Ur-Großväter tun, um ihre Enkel zu quälen.
Kayron sah noch eine Weile verstört hinter dem Gigant eines Krogariers hinterher. Erstaunt von seiner Verantwortungslosigkeit. Bis ihm klar wurde, das eine Legende wie Khan wohl erwartete, dass sein Nachfahre nicht nur bereits Transformation beherrscht, sondern auch die Kampfkunst und Zerstörungsmagie. Sich also problemlos verteidigen kann.
Ich kann aber kaum einen Stift zum Schreiben bewegen. ... geschweige denn kämpfen.
Ein Geräusch wie das Schleifen von Stein auf Stein riss ihn aus seinen Gedanken. Mit Staunen beobachtete er riesige Schiefersteine, die sich über dem Fluss erhebten, und gemeinsam eine fliegende Brücke bildeten. Zögerlich überquerte Kay die Brücke. Stetig befürchtend, sie würde unter ihm zusammenbrechen, bis er das andere Ufer erreichte. Noch einmal sah er zurück und konnte noch einen letzten Blick auf die glühenden Augen Khans werfen, bevor dieser im Dickicht verschwand.
„Komm...“
Kayron schreckte aus seinen Gedanken. Das gerade eben war deutlich mehr als eine unwillkürliches Drängen, sondern eindeutig eine Stimme in seinem Kopf. Ein wohltuhend klingelndes. Wie ein flüsterndes Rauschen von Blättern in einer schallenden Höhle.
Jede Vorsicht hinter sich lassend folgte er der Stimme in das Dickicht des Waldes.
„Weiter...“
Kayron hüpfte über riesige Pilze, balancierte über schmale Kliffe - so schnell ihn seine kleinen Beine tragen konnten. Letztlich versperrte ihm aber eine große Felswand den Weg.
„Hier entlang...“
Das kam von weiter links. Die Stimme war nun deutlich schelmischer und Kayron konnte sich den Verdacht nicht verwehren, dass er gerade dem Streich einer Fee auf den Leim ging - dennoch gehorchte er und fand den Eingang einer kleinen finsteren Höhle.
„Dort hinein“
Kayron scheute für einen Moment einer unbekannten Entität weit fern von Zuhause in eine dunkle Höhle zu folgen. Die Stimme hatte aber etwas unheimlich vertrautes. Als würde er den Besitzer schon sein ganzes Leben lang kennen.
Das innere der Höhle war tatsächlich noch gruseliger als angenommen. Fast schon für dunkle Höhlen stereotypisch starrten ihn aus allen Winkeln glühende Augen an und nach ein paar Schritten konnte er seine eigenen Pfoten nicht mehr sehen.
„Ähh … hallo“
„Pssst …. Nicht aufwecken“
Die Stimme sprach jetzt in einem Flüsterton, der lauter war, als ihre Sprechlautstärke zuvor.
„Hier entlang....“
Seine Schnauze haltend folgte er vorsichtig dem Flüsterton in seinem Kopf. Kreuz und quer führte ihn die Stimme durch die Finsternis. Mal links, mal rechts, mal nach oben, mal nach unten, mal musste er den Kopf einziehen, um fünf Schritte später zu bemerken ,dass er durch einen Engen Tunnel kroch.
„...und jetzt noch einen Purzelbaum...“
Klar, warum nicht. Nachdem was er bisher blind nach Anweisung getan hatte kam es auf einen zusätzlichen Purzelbaum auch nicht mehr an.
Besagter Purzelbaum endete leider nicht nach einer Umdrehung, auch nicht nach zwei oder drei... Stattdessen rollte er irgendeinen Abhang hinab.
„Wohoa!“
Kayron musste unwillkürlich blinzeln, als die Finsternis der Höhle durch die Finsternis der mondlichten Nacht ersetzt wurde, und er mit Hochgeschwindigkeit aus der Höhle hinaus purzelte, den Boden unter ihm verlierend. In hohem Bogen flog er durch die Luft .. und landete auf etwas Weichem.
„Bei Yggdrazil! Kann man denn nicht mal eine einzige Nacht in Ruhe schlafen!“
Ertönte eine schrille Piepsstimme. Kayron, der nun wieder zu Sinne kam, musste mit Schrecken erfahren, dass er auf einer Dantelionblüte gelandet war
„Oh Nein!“
„Erst diese miefigen Sumpfratten vom Tüpfelmoor, dann die Trampel von der Südlichen Driftinsel und jetzt....“
Mit zornentflammtem Blick hielt die Dantelionfee nach dem Übertäter Ausschau. An sich eine recht niedliche Gestalt. Pummelig in ihrer Statur, Stimme als hätte sie ein paar Baloons Helium geschluckt und hüpfte herum wie ein schwereloser Ball. Wäre da nicht ihre...
„...ein pelziges Filzkneul!!“
Damit viel Kayron der Himmel auf den Kopf, als ihm die Blitze um die Ohren flogen.
„Au! Nein! Aufhören! Das war nicht meine Schuld! Das war die Stimme in meinem Kopf!“
„Ich werde dir deine Stimmen austreiben du kleiner Lausebalg! Raus aus meinem Haus!“
„So eine Verleumdung.... Ich habe ihr weitaus Häufiger nächtliche Überraschungen geschickt als drei mal“
Kayron hatte keine Zeit sich zu ärgern. Zu sehr war er damit beschäftigt dem Blitzgewitter auszuweichen und das Weite zu suchen.

Völlig außer Atem, einem schmerzenden Hinterteil und einem sich sträubendem Fell, dass er selber aussah wie eine aufgeplusterte Dantelieonfee, entkam er seinem Verhängnis.
„Ich hoffe du bist zufrieden“
„..Ja...“ Die stimme kicherte vergnügt.
[i][color=green]„… geh trotzdem weiter...“

Kayron begutachtete den Weg, den er weitergehen sollte - eine viele Meter tiefe Schlucht. An dessen Ende - ein reißender Wasserstrom, der in einem Wasserfall ohne sichtbaren Boden mündete.
„Wie meinen?“
„...Spring....“
„Nicht dein Ernst“
„...Was kann jetzt noch schiefgehen....“
Kayrons Hinterteil machte sich erneut schmerzlich bemerkbar, welches eine volle Breitseite Blitze einkassieren hatte“
„Stimmt, zurück kann ich auch nicht“
Damit machte er einen Satz und stürzte sich in den Abgrund … nur um nach einem Meter bereits wieder Boden unter den Füßen zu haben Oder sollte er besser sagen – Wurzel unter den Füßen.
Voller Ehrfurcht konnte er mit ansehen, wie eine gigantische Wurzel sich aus den Hängen des Abgrunds erhoben hatte, um ihn aufzufangen. Wie eine Naturgewalt trug sie ihn über den Abgrund hinweg, sodass Kay unbeschadet von ihr abspringen konnte.
Die Aussicht von hier oben war atemberaubend. Er konnte so weit das Auge reichte Yggdrazils Reich überschauen. Über ihm flogen riesigen fliegende Inseln, durchwuchert mit allen Sorten von Pflanzen und Ranken. Obwohl es Nacht war, leuchtete der Wald in allen Farben, weil die unterschiedlichsten Feen, ihre nächtlichen Spiele spielten. Kayron konnte sogar den Bau seiner Mutter in der weit entfernten Felswand ausfindig machen.
„Ich bin schon so weit weg von Zuhause“
Kayron wurde es mulmig zumute
„....Es ist nicht mehr weit. Du hast es bald geschafft....“

Mit viel Knacken und Knistern brach Kayron aus dem Unterholz, Im Gegensatz zu dem dicht durchwurzeltem Gelände, fand er sich auf einmal in einer weiten Lichtung wieder. Er wollte sich gerade fragen, warum in diesem Teil des Waldes nichts mehr wuchs, als die sich selbst bewegende Felswand vor ihm die Antwort vorwegnahm.
Eine riesige, steinerne humanoide Gestalt erhob sich, sah in seiner Richtung...
„Oh nein. Das ist gar nicht gut“
...und kniete vor ihm nieder wie ein Ritter vor dem König,
Kayron sah das gigantische Konstrukt misstrauisch an
„Ähhh … darf ich vorbei???“
Es gab keine Reaktion. Der Gigant verharrte Reglos in seiner Position.
„... ich bitte darum...“
Vorsichtig, den steinernen Athronachen nicht aus den Augen lassend, schlich Kay an dem Athronachen vorbei und durchschritt den Torbogen dahinter, den der Golem offensichtlich bewacht hatte.
...
Der Anblick hinter dem Torbogen verschlug Kay den Atmen. Ein riesiger Baum, größer als jeder andere den er bisher gesehen hatte türmte sich vor ihm in den Himmel. Nebel und Wolken verhüllten seine Größe und man konnte meinen seine Äste könnten ausgestreckt bis zu Kays Zuhause reichen.
Vor Kayrons Füßen bohrten sich Wurzeln beinahe von der Größe des Golem in den Boden.
„Wooooow....coool“
Die Stimme in Kayrons Kopf reagierte mit eine herzerfülltem Lachen
„Danke, ich höre selten so ehrliche Komplimente„
Langsam dämmerte es Kayron wer die Stimme in seinem Kopf war. Spätesten die Wurzel, die ihn aufgefangen hatte, war ein eindeutiges Zeichen gewesen. Kayron schluckt tief, legte seine Ohren dicht an den Kopf und nahm eine kleine kauernde Haltung ein.
„Du bist....ihr seit Yggdrazil!“
„Ich würde ja einen höflichen Knicks machen doch ich befürchte damit würde ich das gesamte westliche Reich entwurzeln“
Kayron konnte es kaum fassten. Yggdrzil! Der Erschaffter und Herrscher dieser Welt. Die Entität, die das gesamte Land mit Magie durchtränkte. Die Macht, die Khan einst gerettet hatte und die Krogaria zu dem Stolzen Volk gemacht hatte, die sie heute sind, stand vor ihm und - Kayron schluckt noch einmal heftig – hatte ihn herbeigerufen. Was hatte er getan? Hatte er irgendein Gesetz gebrochen?
„Gesetz? Ich wüsste nicht, dass ich jemals irgendwelche Gesetze erlassen hätte... muss ein Versehen gewesen sein.“
Kayron war nun klar, dass er vor Yggdrazil nichts verbergen konnte.
„Aber … warum bin ich hier?“
Mit Schrecken fiel ihm ein, was ihn von seinen Artgenossen unterschied.
„Weil ich ein Versager bin....“
Kayrons Augen wurden glasig und seine Stimme brach.
„Ich bin es nicht würdig Teil deines Reiches zu sein, ich ich bin ein Schaden für Khans Vermächtnis, tauge nichts, strenge mich nicht genug an...“
Für einen Moment wurde es still. Keine telepathischen Stimmen, keine Rauschen der Blätter, kein Summen von Feenflügeln.
So leise, dass man lediglich das leise platschen von Kayrons Träne auf dem Waldboden hören konnte.
„Kayron … was glaubst du was ich den ganzen Tag über mache?“
Der kleine Krogaria dachte hektisch nach. Mit der Frage vollkommen auf dem falschen Fuß erwischt
„Darauf achten, dass das Reich mit allem versorgt ist, daran arbeiten, dass es jedem gut geht, Lebensräume schaffen ?
Kayron verzweifelte. Woher sollte er wissen was eine Gottheit wie Yggdrazil tat, um das Leben in seinem Reich zu erhalten.
„Ich erzähl dir mal was ich heute den ganzen Tag gemacht habe. Heute morgen hab ich bis zum Mittag verschlafen, weil ich gestern den ganzen Abend damit verbracht habe die Rattabuntas davon zu überzeugen eine gigantische Schlammbombe zu bauen und in Richtung Dantelias Blume zu katapultieren. Da mein Plan erfolgreich gewesen ist habe ich mich mit meinen Wurzeln direkt nach dem Aufwachen in die Heißen Quellen verzogen, wo ich mich beinahe mit Aqualandra verquatscht hätte. Weiß du was sie mir erzählt hat?! Die Lavidafeen haben über mein Blätterkleid gelästert. Sagten es sein nicht türkisisch-blau.gelb-grünlich mit einer Nuance von Azur, wie es gerade der letzte Schrei ist, sondern auzurisch-gelb-blau-grünlich mit einer türkisischen Nuance. Sag mir Kayron, seh ich wirklich so schlimm aus?
Sein Gesicht noch immer verheult, starrte Kay den riesigen Baum von einer Mode-Diva perplex an.
„Ähhh nein … äm.... sieht super aus?“
„Sag ich doch! Das wird der nächste Mode Trend. Die werden noch vor Neid im Boden versinken“
Ein leisen Rauschen erfüllte die Luft, als Yggdrazil sich scheinbar kurz schüttelte.
„Nein Kayron. Wenn es etwas gibt, dass ich in meiner langen Lebensspanne gelernt habe, dann ist es, dass sich das Leben und die Natur selber einen Weg findet. Jeder Eingriff richtet mehr Schaden an als man eigentlich beseitigen wollte. Die Wesen in meinem Reich wissen selber am besten was gut für sie ist. Chaos hat seine eigene Ordnung. Zurückhaltung ist der Schlüssel, Alles was ich tu ist da sein und mich an der Vielfalt des Lebens erfreuen. Deine Fluch, Kayron - ist deine Gabe.
Erneut ging ein Rauschen durch Yggdrazil Krone. Diesmal jedoch deutlich bedrohlicher.
„Doch es gibt eine Sache die mich beschäftigt hält, etwas das mir Sorgen bereitet, die selbst meine Streiche oder die heißen Quellen Aqualandras nicht stillen. Durch meine Entscheidung meine Kraft nicht länger zu verhüllen, sondern mit der Welt zu teilen, bin ich wie ein Leuchtfeuer in der Leere. Ich habe die Aufmerksamkeit von Kräften auf mich gelenkt, denen ich bald nicht länger stand halte. Schon jetzt hat der ständige Kampf viele Verluste und Leid mitgebracht, doch es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis sie ein Schlupfloch finden..
Unwillkürlich musste Kayron an seine Begegnung mit Khan vor wenigen Stunden denken und den Geruch von Blut, dass aus einer frischen Wunde geflossen war.
Von welchen Kräften redet er? Und was ist diese Leere?
„Es dürstet sie nach meiner Macht aber sie dürfen auf keinen Fall mein Kraft in die Hände bekommen...“
„Ich habe lange auf jemanden gewartet, der nicht nur ein reines Herz und eine gute Seele hat, die selbst Äonen an Leid nicht brechen können und zum Missbrauch seiner Macht verleiten lässt sondern auch jemand der in der Lage ist all meine Macht zu empfangen ohne an ihr zu verenden.“

Der Baum hörte nun auf über Kräfte und Schicksale zu sinnieren und richtete seine Aufmerksamkeit wieder auf den winzigen Welpen vor seinen Wurzeln.
„Kayron, ich brauche dich? Wirst du mir helfen?“
„Aber Yggdrazil! Ihr müsste euch irren! Ich kann nicht in Khans Fußstapfen treten. Ich … ich kann nichts. Ich sollte eigentlich schon transformieren können und mein Klauen müssten schon lange scharf sein und ... und ... aber... aber...“
Kayron verschluckte in seiner Verzweiflung die Worte
„Kayron, zwing mich nicht andere Seiten aufziehen zu müssen“
Erwiderter der Baum gespielt tadelnd.
„Welche andere Seite?
„Lass mich kurz demonstrieren“
Yggdrazil hüstelte einmal künstlich trotz fehlender Atemorgane und setzte neu an.
Mit einem Schlag fing es stürmisch an zu regnen, Blitz und Donner erfüllten die Lichtung. Der Wind pfeifte scharf die riesigen Wurzeln entlang.
„DU WAGST ES MEINE SOVERENITÄT IN FRAGE ZU STELLEN. MICH; DEN ALLWISSENDEN, ALLMÄCHTEN ZU BELEHREN. WAS GLAUBS DU WER DU BIST, ELDENDER!!!“
„Nein! So war das nicht gemeint!“, Kay konnte sich ob des Windes kaum noch am Boden halten, doch urplötzlich ebbte der Sturm wieder ab und es hörte wieder auf zu regnen.
„Vorzüglich.. Schön das wir uns so wunderbar verstehen. Wir sehen uns dann an dem Morgen wieder, nachdem die Kalibrus ihre Pilgereise begonnen haben, um mit dem Training für deine zukünftigen Aufgabe zu beginnen“
„Hää ..Was?“
„Und den Weg nach Hause kannst du selber finden. Gute Nacht“
Damit wurde Kayron mit einem heftigen Windstoß aus dem Torbogen geschleudert. Wild purzelnd kam er vor den Füßen des Golem zum stehen. Hinter ihm wurde der Torbogen mittels Blätter -bestückten Lianen verschlossen.
„Nah Toll“

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Mit einem letzten Satz ließ er das Dickicht hinter sich und landete auf dem nur allzu bekanntem Land seines Zuhauses. Er hatte eigentlich erwartet, dass seine Familie ihn vermissen würde, doch alles schien friedlich. Vielleicht war alles nur ein Traum gewesen.
Kaum hatte er das Wort Traum erwähnt, wurden seine Augen schwer und er wurde sich seiner Müdigkeit bewusst. Schnell kroch er in den Bau seiner Geschwister. Ruhig schlafend und nichtsahnend lagen sie dort. Seinem Bruder und seiner Schwester in Bauchhöhlen und auf Schnauzen tretend zwängte er sich zwischen sie. Koga, der einen direkten Tritt ins Gesicht kassierte öffnete dabei schläfrig die Augen, schnappte sich Kayron und drückte ihn kuschelnd an sich.
„Nah Kay, konntest du den Geschichten von Opa entkommen?“
Kayron ließ eine Weile auf sich warten bevor er antwortete.
„Nein.....sie verfolgen mich noch immer“
Doch Koga war bereits wieder ein gedöst.

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„Nah gut, wenn du darauf bestehst“ erwiderte Yggdrazil ungeduldig, während er Kayron Zeitgleich ein Kastanie vor die Füße warf.
„Benutze deine Transformationsmagie um die Kastanie zum Sprießen zu bringen.“
Kayron nahm mit allen Vieren eine stabile Haltung ein und konzentrierte sich auf den Gedanken eines sprießenden Keimes.
„Ich muss deinem Bruder Recht geben. Böse gucken ist nicht gerade das Mittel der Wahl“
Yggdrazils tadelnden Tonfall mittlerweile gewohnt, antwortete Kayron nicht, sondern verzog das Gesicht noch weiter, fletschte die Zähne und knurrte die Kastanie an.
„Stimmt, die Kastanie mit deiner Grimasse zum Lachen zu bringen ist auch eine Form der Transformation.“
Eingeschnappt gab Kayron auf.
„Was soll ich denn sonst tun“
„Für diese Aufgabe - und in meinem Reich - ist es nicht einmal nötig etwas grundsätzlich zu verändern. Du musst lediglich die Kraft zur Verfügung stellen. Konzentriere dich auf die Magie um dich herum. Nutze die Fähigkeit, mit der du auch die Verbindung zu mir wahrnimmst. Alles in meinem Reich steht miteinander in Verbindung.“
Kayron tat wie geheißen und konzentriere sich auf die Kastanie in ähnlicher Weise, wie er Yggdrazils Stimme wahrnahm.
„Gut so, sieh wie die Kastanie die Lebensenergie um sich herum aufnimmt und umsetzt. Hilf ihr dabei...“
Erneut tat Kay wie geheißen und musste triumphierend aufjaulen, als er spüren konnte, wie die Kastanie die Magie aufnahm, und sich darauf vorbereitete zu sprießen. Erfüllt von seiner Begeisterung nahm er noch mehr und noch mehr Magie und stopfte es in die Kastanie
„Ähh .. ich glaube nicht das das...“
PENG!
Mit einem ohrenbetäubenden Knall und einem aufflackern einer grünen Stichflamme zerplatzte die Kastanie und flog Kayron schmerzhaft um die Ohren.
„Interessante Technik. Ich glaube damit werde ich Datelia den nächsten Streich spielen.“
„Darf ich fragen, was das Kaspertheater soll?“
Mit bedächtigen, humpelnden Schritten, als wäre jeder Schritt eine Qual, verließ Khan den Schatten der Bäume hinter ihm, betrat die Lichtung auf der Yggdrazil verwurzelt war, und näherte sich Schüler und Lehrer. Khan sah im Tageslicht noch viel furchterregender aus. Sein gesamter Pelz war mit Narben übersät, Sein Mähne war lang und bleichte an den Spitzen aus. Die Wunde von letztens war unnatürlich schnell verheilt, doch noch immer stützte er sein Gewicht mit den andren Beinen. Trotz seines Alters und seiner Verletzungen waren seien goldenen Augen lebendig und entschlossen. Mit jedem Schritt trat seine beängstigende Größe mehr zum Vorschein, bis Kayron eingeschüchtert seine Ohren anlegen musste als Khan ihn völlig in den Schatten stellte.
„Nun, ich habe Kayron reingelegt, indem ich behauptete seinem Wunsch nachzukommen ihm Transformation beizubringen, aber stattdessen hab ich ihm was ganz anderes gezeigt.“
Empört sah Kayron in Yggdrazil Richtung.
„Zeitverschwendung“ grollte Khan, sichtlich verärgert. Sein Blick war ausdruckslos und doch bohrte er sich in Kayrons Augen und schien ihn zu erdrücken.
Kayron kauerte sich zu Boden in der Hoffnung in ihm zu versinken.
„Konzentriere dich erneut auf die Magie um dich herum“
Es dauerte einen Moment bis Kayron bewusst wurde, dass er gemeint war. Dann tat er jedoch wie geheißen. Das Ergebnis war sprichwörtlich blendend. Sein Großvater war wie jedes andere Wesen in Yggdarzils Reich von dessen Magie erfüllt, doch in Khan sammelte sich so viel Magie in einer so hohen Konzentration, dass Kayron Mühe hatte nicht den Blick abzuwenden.
„Wie du siehst speise ich genau so wie … deine Kastanie - von Yggdarazil Magie und gebe sie daraufhin wieder ab.“
Darauf hatte Kayron zwar jetzt nicht geachtet, doch sein Großvater hatte Recht.
„Durch Yggdrazils Befugnis hast du die Macht erlangt in dieses System einzugreifen … und nutzt sie, um sie an Kastanien-Platzbomben zu verschwenden.“
Kayron schnürte sich die Hals zu.
„Toll nicht. Ich stelle mir bereits Dantelia Schreie vor, wenn ich sie heute Nacht damit bombardiere.“
Für einen erleichternden Moment bohrten sich Khans Augen nicht mehr in Kayron. Sonden durch Yggdrazils Rinde. Man hätte meinen können die konzentrierte Blickkraft würde ein Loch in seinen Stamm brennen. Der Baum wurde mit einem Schlag mucksmäuschenstill.
„Sieh mich an Kayron: Konzentriere dich auf die Magie, die ich ausstoße, fördere sie.“
Zögerlich gehorche Kay. Problemlos gelang es ihm die Emission zu fördern und ein wenig von Khans Magie freizusetzen.
Ein kitzeln in seinen Pfoten lenkte ihn ab. Seinen Blick wieder auf die reale Welt lenkend wurde ihm fassungslos bewusst, dass die ganze Wiese auf der Lichtung nun mit Blumen und hohem Gras überwuchert war. Die Magie, die er freigesetzt hatte, wurde von den Pflanzen im Umkreis aufgenommen.
„Gut so, und jetzt lenke die Magie auf dich selber um, anstatt sie wahllos freizusetzen.“
Erneut gehorchte Kay. Er musste laut aufkeuchen, als sein gesamte Körper deutlich mehr Magie aufnahm, als er es durch Yggdrazil Dauerversorgung gewohnt war. Er fühlte sich mit einem Mal seltsam … stark .. .gesund ….lebendig. Es schien sogar, als würde sein Körper an Masse und Größe zunehmen,
Sofort musste Kayron an die Kastanie denken
„Kann ich auch platzen?“
„Nein“ kam die unwirsche Antwort von Khan.
Deutlich sanfter fügte Yggdrazil hinzu. „Normalerweise ja … aber du nicht“
Tatsächlich. Nach dem Kayron ein gewisses maximal erträgliches Maß erreicht hatte nahm er zwar weiter Magie auf, allerdings schien sie zu verschwinden … oder zumindest nahm er sie nicht mehr war.
Das Bild der Kastanie konnte er jedoch nicht vertreiben. Wenn die Kastanie wuchs, wenn man ihr Magie zuführte – was wäre mit ihr passiert hättet er ihr wie Khan die Energie abgesaugt?
Ohne den Prozess zu stoppen richtete Kayron seinen Blick wieder auf die real Welt. Der Anblick irritierte.
Khans Blick war nicht länger der strenge, bohrende Blick wie zuvor, sondern spiegelte etwas wieder, dass man unweigerlich als Stolz interpretieren musste. Als Khan bewusst wurde, das Kay ihn direkt ansah wandelte es ich sogar in erfreute Überraschung.
Was ihm jedoch dann auffiel entsetzte Kay. Khan hatte nicht länger seine einschüchternde Pose, sondern stütze sich gebückt vom Boden ab und sein Fell war stumpf und ergraut.
Kay begann den Magie -entzug abzubrechen, doch Khan stoppte ihn.
„Nicht aufhören, weiter“
Seine Stimme war beängstigend kratzig.
„Khan....“
Der alte, gebrechlich Wolf ignorierte den besorgten Yggdrazil völlig, und feuerte Kay noch weiter an.
Seine Fell begann an manchen Stellen auszufallen, und seine Beine begannen so sehr zu zittern, dass sich Khan hinsetzen musste.
Kay lief eine Träne über die Wange „Nein!“
Khan fletschte wortlos die Zähne und knurrte Kay an.
„Nein! Nein! Nein!“
Kay brach jetzt den Entzug komplett ab und rannte weinend von der Lichtung.
Einen Moment war es still auf der Lichtung, bis Yggdrazils Gedankenstimme sie durchbrach.
„Wir halten fest, dass das deine Idee war“
Khan knurrte erneut und fletschte die Zähne. sah jedoch ins Leere – offensichtlich erblindet.
Deine Weitsicht und Weisheit in allen Ehren Yggdrazil. - aber ich bin es, der Jahrhunderte in den Randgebieten darum kämpfe dieses Reich zu erhalten. Ich kenne die Mächte, die sich jeden Tag in ihrer Gier aufs neue erheben um deine Macht zu verzehren .... und ich kann ihnen nicht mehr standhalten. Es dauert nicht mehr lange, und sie werden einen Weg finden deine Verteidigung zu untergraben. Eher morgen als übermorgen.
Khan spieh aufgrund seiner Aufregung etwas Blut aus.
„Besser heute eine harte Lektion. Das wird meinem Enkel viel Leid in der Zukunft ersparen“
Yggdrazil erwiderte nichts drauf, sondern sah schweigend zu, wie der gebrechliche Wolf sich aufraffte. Seine ehemals übernatürlich Kraft war verflogen. Er sah nicht mehr so aus, wie die stolzen Krogaria zu denen Yggdrazil Khans Volks über Generationen hin geformt hatte, sondern wie der kranke Streuner, den er vor vielen Jahrhunderten in einer fremden magie-armen Welt aufgelesen hatte.
„Letzten Endes bleibe ich das schwächliche Relikt, das ich einst war.“
Mit zitternden Gliedern schleppte sich Khan vorwärts, jedes seiner Glieder erweckte den Anschein, als stände es kurz davor ob des Gewichtes zu zerbrechen. Vor Yggdrazils Stamm kam er zum Halt.
„Ich werde in der kommenden Katastrophe nicht mehr von Nutzen sein. Somit fordere ich dein Versprechen ein für immer ein Teil deiner Enklave zu sein“
Ein Schütteln ging durch die Äste Yggdrazils, sodass Laub die Luft füllte und langsam zu Boden segelte.
Khan sah dem Laub bedächtig beim Hinabfallen zu, sein schmerzgeplagtes Gesicht entspannte sich und machte tiefer Entspannung platz.
„Es war mir eine Ehre euch zu Diensten gewesen zu sein Yggdrazil.“
Eines der Laubblätter landete auf Khans Stirn, wodurch es an Farbe und Kraft zunahm.
Khan atmete noch ein letztes Mal tief ein und aus, bevor seine Glieder nachgaben
und er leblos zu Boden sank. Mit einem Schlag ging eine Welle durch die Lichtung. Pflanzen sprossen auf der gesamten Wiese, Yggdrazils Wurzeln bohrten sich noch tiefer in den Boden und seine Krone erblühte in allen Farben.
„Die Ehre ist ganz meinerseits, Khan. Mögen die Tore zu meinem Reich dir für immer offen stehen“
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„….Kay...“
„….Kayron!!“
„….KAYRON!!!“
Kay schreckte aus seinem Tiefschlaf
„Was – Wie -Wo?“
Etwas war seltsam. Koga und Yari waren nicht da. Die Luft war außerdem von einem beißenden Gestank erfüllt. Als dann noch der Boden erbebte, dass beinah die Höhle in der er schlief zusammen stürzte, wusste Kay das irgendwas nicht in Ordnung war.
„Schnell! Komm zu mir!“
Yggdrazil Stimme war ungewohnt dringlich und ließ keinen Widerspruch gelten.
Kayron rannte erst mal aus dem Bau. Die Situation draußen war jedoch noch verwirrender. Was Kay zu sofort in die augen stieß, war der rote Himmel, der aussah, als würde er in Brand stehen. Der Gestank in der Luft nahm noch weiter zu, sodass Kay versuchte den Geruch aus seiner Nase zu blasen. Die Feen, die normalerweise unerlässlich und anmutig durch die Luft tanzten waren zu einem großen Teil nicht mehr da, lediglich ein paar Nachzügler zischten gradlinig und einen langen Schweif hinter sich lassend an ihm vorbei. Es war ein ohrenbetäubender undefinierte Lärm in der Luft.
Um ihn herum herrschte durcheinander. Aus allen Löchern, Höhlen und Baumhäusern kletterten Kroagaria, zunächst verwirrt, rannte sie auf den Versammlungsplatz, wo Kay seinen Vater erspähen konnte, der multitaskingfähig zwischen dem Herumblaffen von Befehlen und dem Streit mit Kays Mutter wechselte. Krogaria, die von seinem Vater angeblafftt wurden rannten koordiniert und kampfbereit in Richtung des brennenden Himmels.
Yggdrazils Befehl vergessen rannte Kayron zu seinen Eltern und rief nach seinem Vater.
Dieser erspähte ihn sichtlich irritiert, und mit Schrecken in den Augen. Kayrons Mutter nutzte den Moment der Unaufmerksamkeit und rannte zu Koga und Yari, die verängstigt am Rande des Versammlungsplatzes kauerten.
„Kinder, mit mir!“ Sie nickte in kurzer Abfolge noch ein paar weitere Krograi an und rannte mit ihren Kindern und einem Bataillon Krogaria ebenfalls in Richtung des roten Himmels.
„Kristalina! Lass die beiden … ach!“ Kayron Vater stöhnte frustriert auf.
In der Zwischenzeit hatten sich ein weiteres Rudel Koragia auf dem Versammlungsplatz eingefunden und sahen Kayrons Vater erwartungsvoll an“
„Einen Moment“ er wandte sich zu Kayron „Geh zurück in den Bau und bleib dort bis ich wiederkomme!“
Damit nickte er den letzten verbliebenen Krogarian zu und rannte den andern hinterher.
Verängstigt machte Kayron kehrt, um sich im Bau zu verkriechen. Eine ohrenbetäubende Explosion ließ ihn jedoch zusammenkauern und die Ohren halten. Irgendetwas war vom Himmel gestürzt und Gegen die Behausung seiner Eltern gekracht. Mit züngelnden schwarzen Flammen, wie Tentakel eines Kraken, wurden die Blumen und Häuser der Feen in den Flamme versenkt. Mit aufgerissenen Augen sah Kayron zu wie die Felswand abbrach und über seinem gerade noch in Anspruch genommenen Schlafplatz zusammenstürzte. Was sollte er jetzt tun? Nach ein paar wilden Spekulationen fiel ihm Yggdrazils Befehl wieder ein, Ohne weitere Umschweife rannte er ins Dickicht. Blind dem Weg zu Ygdrazil folgend. Zum Glück war er den Weg in den letzten Tagen mehrere malen hin und her gelaufen. Jetzt da die Feen nicht mehr da waren war es stockfinster. Nicht mal seine eigenen Pfoten konnte er sehen. Immer dann, wenn er befürchtete sich verlaufen zu haben, explodierte in der Ferne etwas oder ein Blitz zischte vorbei, um kurzfristig den Weg zu erleuchten. Doch er schaffte es dennoch den Fluss zu erreichen....wenn man ihn noch so nennen konnte. Das gesamte Wasser war verschwunden – wie abgeflossen. Stattdessen war an Stelle des Flusses nur noch eine Grube mit Matsch und Sand.
„Kayron … beeil dich!“
Sofort preschte der kleine Korgaria voran und sprang in die Grube. Es gestaltete sich noch schwieriger als angenommen. Der Matsch stand ihm bis zu den Knien, sodass er schwerfällig hin durchwaten musste. Noch schwieriger was es aber an der andern Seite wieder hinauf zu klettern. Mehrere Male rutschte er aus und fiel bäuchlings in die feuchte Erde Als er schlussendlich aus der Grube kroch, was er von oben bis unten mit Matsch besudelt. Er wollte sich zunächst schütteln, doch ein Blitzgewitter in der Ferne ließ ihn aufschrecken und erinnerte in noch mehr daran, so schnell wie möglich zu Yggdrazil zu rennen. Den Weg durch die Höhle kannte Kay bereits auswendig. Auch an Dantelias Blumenbeet kam er unbeschadet vorbei. Dantelia war überhaupt nicht Zuhause.
Die Schlucht war hingegen ein Problem, denn er konnte weit und breit keine Wurzeln ausfindig machen.
„Yggrazil?“ Es kam keine Antwort „Yggdrazil!“ erneut Stille.
Kayron nutzte die neue Fähigkeit, die man ihm in den letzten Tagen gelehrt hatte und verfolgte seine Verbindung zu dem Weltenbaum zurück....und wurde fündig. Der Geist des Waldes war völlig zerstreut. Seine Aufmerksamkeit auf jedes Detail seines Reiches gerichtet. Er reagierte überrascht ob des seltsamen proaktiven Kommunikationswegs, dann sprudelte jedoch Erleichterung aus ihm heraus.
„Wo bist du?“
An der Klippe! Mit den Wurzeln! Ich komm nicht rüber!“
Sofort brach aus einem der Felswände eine gigantische Wurzel. Mit dem richtigen Timing sprang er auf und ließ sich von ihr tragen. Ungefähr auf der Hälfte des Weges ertönte in lauter Pfeifton. Kay folgte dem seltsamen Laut in die entsprechende Richtung, und sah einen riesige, brodelnden schwarzen Ball vom Himmel direkt auf ihn zustürzen. Knapp verfehlte der Ball einen Frontaltreffer mit dem Welpen. Leider explodierte er dort, wo die Wurzel aus der wand ragte und setzte sie in Flammen. Kayron kletterte bis zu Spitze der Wurzel, um den immer näher kriechenden schwarzen Flammen zu entkommen.
Erneut erfüllte ein schriller Pfeifton die Luft und ein schwarzer Brocken näherte ich himmelwärts. Diesmal kam er direkt auf Kayron zu. Kurz vor dem Aufprall wurde der Ball jedoch von einer Wasserfontäne aufgehalten Die schwarze Kugel änderte Kurs und wurde in die Schlucht abgeleitet, wo sie ihre zerstörerische Flammenwut entfachte. Die verbleibenden Wassermassen ergossen sich über der brennenden Wurzel. In den Wassermassen konnte Kayron ganz eindeutig die Form eines zorn-erfüllten aber dennoch bekannten Gesichtes ausmachen. Aqualandra der Flussgeist. Ein Rumpel riss Kayron aus seiner Starre. Die Wurzel war, zwar mit deftigen Schäden und Brandwunden, an der anderen Seite der Klippe angekommen. Erneut stand Kayron an der Aussichtsplattform und konnte über weite Teile des Landes hinwegsehen. Der Anblick war genau wie letztes mal atemberaubend, diesmal jedoch aus ganz anderen Gründen. Viele Bereiche des Waldes standen lichterloh in Brand oder waren von einer seltsamen Schwärze verschlungen, Blitze und Explosionen bedeckten was man nun noch als Schlachtfeld bezeichen konnte, gerade in dem Moment, in dem Kayron über das Land hinwegsah, verlor die südliche Driftinsel ihre Schwerelosigkeit, stürzte samt der ihr bewohnten Lebensräume ab und zerbarste an der Bodenoberfläche . Was Kay jedoch am meisten das fürchten lehrte, was der gigantische Berg im Himmel, der brennende Bälle auf Yggdrazils Welt abfeuerte. Einer von ihnen raste erneut in Kayron Richtung. Er konnte gerade noch in Deckung springen, da raste die Kugeln an ihm vorbei und steckte den Wald vor ihm in Brand.
Ein Zwickmühle. Hinter ihm die Schlucht, an dessen Grund noch immer das schwarze Feuer loderte, und vor ihm der brennende Wald. Kein Weg um zu fliehen. Stück für Stück wurde Kay durch das Feuer an den Rand der Klippe gedrängt. Als er glaubt nicht mehr weiter zurückweichen zu können und in den brennenden Abgrund zu stürzen, katapultiere Aqualandra sich aus der Schlucht heraus und stürzte sich todesmutig auf die Flammen. Kein Wort entrann ihren stimmenlosen Lippen, doch ihr sonst bildschönes Feengesicht war von Zorn und Schmerz verzerrt. Für einen Moment machte es den Anschein, als würde Aqualandra die Oberhand gewinnen. Immer weiter drängte sie das schwarze Feuer zurück, sodass Kayron wieder Platz zum stehen hatte. Doch das Feuer breiter sich immer weiter aus, hatte bereits den ganzen Wald angesteckt , während Aqualan immer weiter zu Dampf verdunstet und schwächer wurde. Vor Angst wie versteinert verfolge er den Kampf der beiden Giganten, bis ihn letztendlich Yggdrazil aus seiner Schockstarre herausriss
„Kayron! Ich halte nicht mehr länger durch! Komm zu mir! Schnell!“
Ohne nachzudenken überquerte Kayron den Bereich, den Aqualana gelöschte hatte und rannte in den brennenden Wald Richtung Weltenbaum.
„Aber … was ist mit Aqualandra!“
„Schau nicht zurück“
Kay schluckte seien Tränen runter, tat aber ansonsten wie geheißen. Und rannte immer weiter.
Es kam ihm so vor, wie der Eintritt in eine andere Welt, als er den Empfangshof mit dem Golem betrat. Das Feuer schien durch unsichtbare Macht aufgehalten zu werden, und der Golem stand noch immer regungslos wache. Ein gänzlich anderes Bild zeigte sich jedoch, als er durch den Torbogen zu Yggdrazil schritt. Der Baum hatte jegliche Pracht verloren. Seine Krone war kahl. Alle sein Blätter waren verwelkt und bedeckten als Laub den Boden.
„Was ist mit euch passiert?“
Yggdrazils Antwort kam deutlich schwächer als üblich.
„Ich habe all meine Kraft an die Bewohner meines Reiches gesandt. Es ist kaum noch etwas für mich übrig.
Mit einem knirschenden Geräusch platzte der Stamm des riesigen Weltenbaumes auf, und machte einem Eingang frei.
„Komm... schnell....renn weiter. Ich weiß nicht wie lange mein innerer Verteidigungsring und meine Athronachen noch standhalten.“
Kayron hüpfte in Richtung Eingang und betrat das Inneren des Weltenbaumes. Hinter ihm schloss sich wieder der Eingang. Der Weg vor ihm wurde ihm erleuchtet durch entsprechende Luminuspilze an der Wand. Je tiefer er voranschritt, umso wärmer wurde es.
Die Erde erbebte. Kayron musste sofort an den Golem denken, der draußen den Weg zum Weltenbaum bewachte, und so wunderte es ihn nicht, dass die Erdbeben kein Ende nahmen. Erst als die Erdbeben erstarben bekam er es wieder mit der Angst zu tun, weshalb er noch ein Stück schneller lief.
Das Ende des Ganges mündete in einem großen, grün schimmernden Raum. Der Raum selber war wenig spektakulär, dafür jedoch das grell leuchtende Licht in dessen Mitte, dass wie der Pulsschlag eines Herzens in kräftigen Wellen Energie ausstrahlte.
„Komm näher.“
Bezaubert lief Kayron auf das pulsierende Licht zu. Jeder Schritt fiel ihm jedoch schwerer als der zuvor. Die ausgestrahlte Energie, zunächst vitalisierend und wohltuend kribbelnd, fühlte sich schnell so an, als wären all seine Glieder eingeschlafen. Als das Kribbeln so schmerzhaft wurde, dass er dachte direkt vor einem Feuer zu stehen zögerte er.
„Ich … ich kann nicht weiter“
„Moment ich fahre meine Systeme herunter“
Die Pulsfrequenz und die Stärke der Energiewellen, die das seltsame Licht ausstieß nahm deutlich ab. Auf einmal wurde es dämmrig in dem Raum, als jegliche Beleuchtung abgeschaltet wurde und nur noch das schwache Licht von yggdrazils Herz den Raum in Zwielicht hüllte.
„AHAaahhh!“
Auf einmal stach ein immenser Schmerz durch Yggdrazil Bewusstsein, Mit Schrecken wurde Kayron klar, dass der Weltenbaum auch jegliche Abwehrmechanismen deaktiviert haben musste.
„Was passiert da?“
„Meine Krone steht in Flammen und sie haben ein Bresche in meinen Stamm geschlagen! Sie brechen durch.“
Panisch rannte Kayron weiter ins Zentrum noch immer nicht wissend, warum der Weltenbaum all dies auf sich nahm.
Es kostete ihn immens viel Willenskraft das erneut zunehmende stechende Prickeln zu ignorieren, doch seine Angst trieb ihn weiter, bis er endlich die Quelle der Magie erreicht hatte. So nahe dran, und weil die Menge Magie die es ausstieß deutliche reduziert war, konnte Kay sehen, Das die Quelle des Lichtes deutlich keiner war, und wie ein Smaragd kristallin geformt war.
„Kayron...“
Yggdrazils Stimme war schwach und gebrochen. Nicht nur der Schaden, den er durch den unbekannten Angreifer erlitten hatte zwangen ihn in die Knie, sonder auch der geringe Energielevel, den er künstlich für Kayron runtergeschraubt hatte.
„Verschling mich“
„Was ?!“
Geschockt wich Kayron wieder einen Schritt zurück.
„Nein“
„Sie dürfen meine Macht nicht in die Finger bekommen – koste es was es wolle!“
Ein lautes knacksendes Geräusch erfüllte den Raum. Geschockt sah der kleine Welpe den Weg zurück, den er gekommen war. Der Eingang hatte sich hinter ihm unbemerkt wieder geschlossen, doch jetzt brach durch, was auch immer Yggdrazils Welt bedrohte.
„Nein! Ich kann das nicht“
„Du musst! Sonst wird anderen Welten das Selbe Schicksal ereilen wie dieser!„
Die Blockade, die den Raum isolierte bekam eines Riss, wo der Eindringling einbrechen wollte, und eine widerliche, schwarze, teerartige Soße floss in den Raum hinein.
„Nein!Nein!Nein!“
Kayron kauerte auf dem Boden. Beide Pfoten auf dem Hinterkopf und mit zusammengepressten Augen, als könnte er alles Übel vertreiben, wenn er nur nicht hinsah“
„Dann ist alles verloren“
Yggdrazil versuchte gar nicht Kayron zu überzeugen. Sein Bewusstsein war mit Bitterkeit und Trauer erfüllt.
Kayron sah lethargisch von seiner zusammengekauerten Haltung auf. Die teerartige Schwärze hatte bereits die Hälfte des Raumes geflutet und ätze sich durch die pilzbestückten Wände wie Säure“
Voller Resignation und ohne Gedanken stand er wie in Trance auf, sah sich noch ein letztes mal um, stürzte sich dann auf Yggdrazils Herz und schnappte zu.
Die Quelle der Magie war zwar wie ein Smaragd geformt, war aber dennoch so weich wie morsches Holz und schmeckt, wie Kayron mit Ekel feststellen musste, wie Harz und Pflanzensaft.
Angewiderter schluckte er das Herz hinunter. Mit einem Mal verschwand die Welt unter ihm. Oder wurde er die Welt selber? Er konnte es nicht sagen. Sein Geist wurde überflutet mit Gedanken und Emotionen. Jeder Bewohner des Reiches war mit ihm verbunden und tausche Signale und Lebenskraft miteinander aus.
„Danke Kayron“
Yggdrazils Stimme war leise wie ein flüstern, hatte aber zu seiner alten Festigkeit zurückgefunden
Ich weiß ich habe grausames von von dir verlangt. Und aufgrund meiner Hochmut, meines Versagens, habe ich dir ein schweres Schicksal und eine unmöglich Aufgabe auferlegt.
Ich bitte nicht um Verzeihung, ich habe jeden Hass und jede Verachtung verdient.
Doch bitte verspreche mir eins. Was auch immer die Zukunft bringen mag. Vergiss niemals wer du bist“
Damit erstarb Yggdrazils leise Stimme völlig und ließ Yggdrazils Versand, der auf intensive Symbiose mit diesem Baum ausgelegt war, in Einsamkeit zurück.
Mit einem Mal ging ein Ruck durch Kayrons neu entfachtes Bewusstsein, anstatt Magie und Lebenskraft an andere Lebewesen abzugeben drehte sich das System auf einmal um. Ein unerträglicher Aufschrei voller Todesangst und Panik erschütterte Kayrosn Bewusstsein, als jedem einzelnen Bewohner von Yggdrazil Reich mit einem Schlag die Lebenskraft entzogen wurde und sich gewaltsam in Kayrons Körper presste.
Der kleine Kroganer konnte diesen Ansturm nicht länger ertragen. Eine Traumlohe Schwärze umhüllte ihn.
Es ist unmöglich zu sagen wie viel zeit verging. Nicht nur das Kayron in einem bewusstlosen Schlaft verbrachte. Es gab auch niemand mehr, der beobachte oder die Zeit messen konnte.
Doch irgendwann entfachte sich das Bewusstsein des Kroganer von neuem. Orientierungslos fand er sich in einer staubigen Ödnis wieder. In einem riesigen Krater. Langsam sickerten Erinnerungen in sein Gedächtnis. Und trotzdem – alles erschien so … unwirklich.
Noch immer etwas benommen kletterte Kayron aus dem Krater heraus. Ihm fiel jetzt auf, dass seine Umgebung lediglich nach Staub und Mineralien roch. Kein Blumenduft, keine saftige mit Wasser durchtränkte Erde, nein nicht einmal der stechende Gestank, der wärend der Belagerung Kayrons Sinne betäubt hatte.
Im Verlaufe seiner Klettertour zum Rand des Kraters wurde ihm klar, was ihn so entfremdete. Es gab keine Magie in der Luft und er fühlte sich seltsam allein. Als hätte ihn ein lebenslanger Freund - ein Zwillingsbruder verlassen.
Das Ende des Kraters erreicht, merkte er, dass er auf einer Anhöhe stand, mit der er das Land überblicken konnte. Es erinnerte entfernt der Aussichtsplattform. Der Anblick der sich ihm bot ließ seine Schnauze jedoch aufklappen.
Dort war nichts.
Kein Wald, keine Flüsse, keine fliegenden Inseln, keine einziges Leben. Lediglich eine sich bis zum Horizont erstreckende steinerne Ödnis.
Noch immer sprachlos lief er seinen gewohnten Weg nach Hause. Es fiel im enorm schwierig. Nicht etwa wegen etwaigen Flüssen oder Klippen – die waren allesamt ausgetrocknet oder mit Felsen gestopft.. Ganz im Gegenteil das Land war ungewohnt einfach zu begehen. Aber alles war kaum wieder zu erkennen. Es gab kaum noch ein bekanntes Merkmal, an dem er seinen Weg orientieren konnte.
Das Heim der Krogaria war auch nur noch ein Schatten seiner selbst, Baumhäuser oder Höhlen in Felswänden waren vollständig verschwunden und viele Erdtunnel waren verschüttet.
„Mama! Papa!“
Keine Reaktion.
„Opa?“
Kayron lief die Erdhöhlen entlang und zählte sie ab, um die Zimmer von ihm und seinen Geschwistern zu finden. Er wurde tatsächlich auch fündig. Obwohl die Hälfte des Baus von Steinen überrollt war, war der Eingang noch nicht verschüttet.
„Koga?! Yari!?“
Rief er in den Bau hinein, bevor er selber hineinkletterte.
Das Innere des Baus war völlig verwüstet. Nichts erinnerte an eine Inneneinrichtung und der Boden war voller Dreck, Steinen und Staub.
Kayron verzog das Gesicht zu einem herzerfüllten Grinsen, während ihm die Tränen über die Wangen liefen
„Ich bin wieder Zuhause!“
Kayron hüpfte verspielt in er Umgebung umher, um etwaige Geschwister auf die Nerven zu gehen
„Tut mir Leid, dass ich so spät bin. Opa hat mir wieder eine seiner schrecklichen Geschichten erzählt, ich muss eingedöst sein“
Kayron rollte sich auf dem kalten, dreckigem Boden zusammen.
„Ich hatte einen total gemeinen Albtraum“
Verkrampft presste der Kleien seine Augen zu, in dem Versuch einzuschlafen.
…............................................

Der Geruch von geräucherten Kräutern dran in Kayron Nase. Er kannte diese Kombination an Gerüchen. Seine Nachbarin hatte sich im ganzen Land einen Namen mit dieser Mischung gemacht, sodass zu Mittagszeiten beinahe in jedem Kroganer Wohnzimmer ein Schälchen vor sich hin räucherten. Verschlafen öffnete Kay seine Augen. Grün-schimmerndes Sonnenlicht drang durch die Fenster, da es durch die Pflanzen und Ranken, die um das Fenster herum wuchsen hindurch schien. Das Zimmer war in seinem üblichen Zustand. Kogas Seite war im Chaos versunken. Schreibwerkzeug wie Kohle, Kreide, Stifte und Pinsel lagen teils zerbrochen großflächig verteilt im Raum, und schienen mehr den Boden zu bemalen, als die Schiefersteine, Tafeln Bücher und Pergamente, die ihrerseits natürlich zusammen mit allem möglich anderen Krimskrams nicht im leeren Regal in der Ecke standen, sondern wie ein Kartenhaus auf einem Haufen zusammengeknüllt wurden. Yaris Ecke hingegen war akribisch aufgeräumt. Bücher waren nach Größe und Themengebiet sortiert,. Stifte nach Farbe und Nutzungshäufigkeit in Pergament eingewickelt und Reitharnisch, samt daran befestigter Taschen ordentlich am Regal aufgehängt. Kayron hatte noch keine eigenen Sachen. Seine Feinmotorik mit der Magie war noch nicht stark genug ausgeprägt, um effektiv auf Pergament oder in Büchern zu schreiben. Stattdessen Deichente er in der Schule mit Steinen im Sand. Er war auch noch viel zu jung, um das Reiten zu lernen. Sein Rücken war noch nicht stark genug, um einen Reiter tragen zu können. Und die tückischen beinahe schwerelosen Feen ließ man an Kroganerwelben nicht heran.
Beide seiner Geschwister waren nicht im Zimmer, doch angesichts des intensiven Kräutergeruchs, waren sie vermutlich mit dem Rest der Familie im Wohnzimmer.
Freuden strahlend stürmte Kayron durch die halb-unterirdischen Gänge, die zunehmend breiter wurden um auch älteren und größeren Mitgliedern seiner Gattung Durchgang zu gewähren. Mit einem KLADARABUMS rannte er die Tür zum Gemeinschaftsraum ein.
Der Gemeinschaftsraum war ein riesiges unter und in einem felsigen Berg hinein gebauter Raum, die Eingänge hatten gleich mehrere ineinander verschachtelte Türen, das selbst die größten Kroganer hindurch passten. An dessen Decke baumelten die unterschiedlichsten Kunstwerke. Überall standen Schränke mit lauter Krimskrams, von dem mehr als die Hälfte nur Dekoration waren.
Kayrons Familie stand vor dem beinlosen aus dem Boden gehauenen Steintisch. Mit Ausnahme von Khan waren jedoch alle Großeltern in ihren eigenen Heimen.
Als Kayron hereinplatzte schauten sie von ihren Tellern auf, denen seltsamerweise keinerlei Speisen lagen und starrten den eindringenden Unruhestifter ausdruckslos an.
„Guten Morgen!“
Kayron überging, dass seien Begrüßung mit Schweigen und nicht mit der gewohnten Herzlichkeit erwidert wurde und nahm seinen Stammplatz an der Spitze des steinernen Tisches ein. Man hatte ihn zu diesem Zweck einen extra Felsen dort hingestellt, weil sein Kopf sonst kaum über die Tischkanten hinausschauen würde.
„Heute beginnt mein erster Kampfunterricht - ich bin mir sicher, was mir an Magiekontrolle fehlt mach ich an Kampfkraft wett.“
Kayron holte schon mal tief Luft um eine gemeine Bemerkung von Koga mit einer ebenso gemeinen zu kontern – doch der Kommentar blieb aus. Stattdessen starrte ihn Koga noch immer ausdruckslos an.
„Was ist mit Koga los?“ flüsterte er Yari zu seiner Linken zu.
Doch auch Yari starrte Kayron nur wortlos an . Jeder im Raum hatte noch kein Wort gesagt sondern starrte ihn nur mit diesen leeren Blicken an.
Die Sonne, die zum Fenster rein schien dämpfte deutlich ab. Vermutlich hatte sich eine Wolke dazwischen geschoben. Trotzdem lief es Kay kalt über den Rücken runter, als sich zum unheimlichen Verhalten seiner Familie noch eine ebenso düster Atmosphäre hinzugesellte
„Mama? Papa?“ - keine Antwort
„Warum.....“ Es war Koga, der das Schweigen brach, aber Yari, die den Satz fortfuhr
„.....Warum hast du uns getötet?“
Kayrons Herz schien für einen Moment still zu stehen. Er öffnete und schloss seine Schnauze als wollte er irgendetwas sagen, aber ihm blieb jedes Wort im Hals stecken. Er wollte zurückweichen, viel dabei aber rücklings von seinem Felsen
„Womit haben wir das verdient meldete“ sich jetzt auch sein Vater.
Mit Terror in den Augen musste er mit anstehen, wie Fleisch, Haut und Haare seinen Familie binnen Sekunden zu Staub zerfiel sodass nur noch knöchernen Skelette übrigblieben
„Was haben wir dir jemals angetan?“ sprach das Skelett seiner Mutter unbeirrt weiter „Waaas?!“
Das riesige Skelett von Khan beugte sich über den gesamten Steintisch.
„Mörder“
„Nein! Ich bin nicht...! Ich wollte nicht...!Ich wusste nicht...!“
Die animierten Skelette fingen jetzt an zu schmelzen. Schmierige, schwarze Soße, wie die in Yggdrazil Kammer, ergoss sich über den Flur und kam ihm immer näher.
Kayron rannte aus dem Raum und die Gänge entlang. Doch er konnte den anklagenden Stimmen seiner Familie nicht entkommen.
„Warum´...?“ „...Mörder...“ „Was haben wir getan“ „Lauf nicht weg“ „Du bist eine Schande“ „Bleib bei uns zu uns“ „Du kannst deiner Schuld nicht entfliehen“ „Hilf uns“
Die Wände um ihn herum hüllten sich in ein tiefes Schwaz, dass ihn drohte zu ersticken. Kurz bevor die Schwärze ihn völlif verschlingen konnte sprang er in das Zimmer seiner Geschwister und purzelt einigen Meter weiter.

Hastig rappelte er sich hoch. Das Zimmer seiner Geschwister existierte nicht mehr. Statt Bücher, Schränke, Schreibutensilien und lauter Krimskrams, gab es nur noch Staub, Dreck und Steine.
Geschockt sah Kay zurück. Der Durchgang, durch den er gerade gesprungen war existierte gar nicht, sondern war mit riesigen, schweren Steinen verschüttet.
In seinem Kopf hörte er noch immer dass Echo der ersterbende Stimmen
„Warum!?“ „Warum?!“
Noch immer voller Angst und mit dicken Tränen, die an seinen Wangen hinabkullerten rannte er aus dem Bau. Auch dort wurde er nicht von einer illustren Feenwelt empfangen, sondern einer unendlichen Einöde.
Kayron rannte, und rannte und rannte immer weiter.
„Ich bin nicht schuld! Ich bin kein Mörder!“
Wut, Verzweiflung, Trauer, und Terror erfüllten ihn, während sein Versand verzweifelt nach Fluchtwegen suchte, um sich selber vor der Zerstörung zu retten.
„Kayron hat heldenhaft gekämpft, Seite an Seite mit den anderen dem Feind getrotzt.“
Ihm lief der Geifer aus dem Maul und tropfte dampfend auf die trockene Erde der Einöde
„Kayron ist tot“
Er fletschte die Zähne und ließ sie schmerzhaft übereinander schleifen.
„ICH BIN YGGDRAZIL!!!“
Der Aufschrei hallte noch einen Moment durch die endlose Einöde und ein abergläubischer Mensch, wäre er anwesend gewesen, härte in dem Heulen des Wind ein trauriges Lied gehört.

….................................................

Waren es Wochen gewesen? Oder Monate? Spielt es ein Rolle in einer Welt, in der es nur Staub und Steine gab?
Yggdrazil hatte jegliches Zeitgefühl verloren. Ein Pfote vor die andere setzend war er immerzu vorwärts gelaufen. Lief er im Kreis? Hätte das was geändert? Kein Gedanke drang durch seine Resignation . Keine Erinnerung. Nur endlose Leere. Hunger? Durst? Schlaf? Gab es nicht mehr.
Es war wie ein Erwachen, als er weit in der Ferne ein seltsames Monument erspähte. Unmöglich identifizierbar aus der Entfernung.
Abseits von sonstigen zeillosigeit lief er in direktem Kurs darauf zu. Er brauchte bis zum Anbruch der Nacht um das seltsame Konstrukt zu erreichen, sodass der Himmel mit Sternen erfüllt war. - Es war eine Art Tor. Es dauerte eine Weile, bis Yggdrazil den Torbogen wiedererkannte. Diesen Torbogen hatte der Steingolem bewacht.



Yggdrazil hob eine seiner Pfoten und legte sie auf einer der beiden Säulen, die den Torbogen ausmachten. Von Weitem hatte es ausgesehen wie zwei riesige Wurzeln die sich in der Mitter trafen
Es bestand aber in Wahrheit aus einer steinernen harten Substnz.. Sein Sinn für magische Systeme, das sich sonst um die Symbiose mit der Welt und seinen Lebewesen gekümmert hatte meldet sich zu Wort.
Der Torbogen hatte eine Funktion. Ein System. Verfolgte definitiv einen Zweck. Dafür gierte es unaufhörlich nach Magie. Magie, die es in dieser Welt nicht mehr gab.
...Oder gab es sie doch? Schließlich identifizierte er gerade ein magisches System. Wie sollte er das ohne Magie tun?
Yggdrazil konzentrierte sich auf einen kleinen Stein in der Nähe. Es war eine Weile her gewesen, dass er seine Magie zum Bewegen von Objekten verwendet hatte, aber es ging hier ja nicht darum Stifte in Feinmotorik über Pergament zu führen.
Mit Leichtigkeit gelang es ihm den Stein zum Schweben zu bringen. Dabei fiel ihm etwas auf...
Die Magie die er nutze kam ausschließlich aus ihm selbst und verdünnte sich in der Luft wie ein Tintenklecks im Wasser.
Seine Sinne trügten ihn nicht – die Welt hatte keine Magie mehr, doch er selbst hatte noch Reserven.
Neugier wehte seine Resignation hinfort, wie eine frische Brise den Gestank. Was passierte wenn er die Gier des Tores nach Magie stillte. Ihn den Zauber ausführen ließ, nachdem es ihm so lechzte. Erneut legte Ygg seine Pfote auf die Säule und konzentrierte sich darauf den Prozess des Tores zu fördern.
„AHAAAA!“
Das hatte Yggdraz nicht erwartet. Die Gier des Apparates war immens. Mt einem Schlag saugte es ihm so viel Magie aus, das er eigentlich zu Staub zerfallen müsste. Doch seltsamerweise waren seien Reserven ein Fass ohne Boden.
Das machte die Situation jedoch nicht angenehmer. Der Sog den das Tor erzeugte, um ihm die Magie zu entziehen war so stark, dass Yggdrazil Pfote an die Säule gedrückt wurde, dass er sie unmöglich losreißen konnte. Ein unangenehmes, stechendes kribbeln durchströmte ihn und Blitze peitschten an ihm vorbei, während all die Magie aus ihm heraus und in das Monument hineinströmte.
Mit aufgerissenen Augen beobachtete Ygg, wie das Tor die Magie nutze um seinen Zauber auszuführen.
Wie eine unberührte, glasklare Wasseroberfläche wurde eine Membran mit undefinierbare Farbe und Konsistenz zwischen den beiden Säulen gebildet. Erst als die Membran beider Säulen sich miteinander verbunden hatte und bis auf den Boden reichte, ließ der Druck auf Yggdrazil Pfote etwas nach. Der Kroganer nutze die Gelegenheit und riss sich mit einem erneuten Gewaltakt von der Säule los.
Augenblick begannt sich das gerade entstandene Portal wieder zu schließen. Yggdrazil hatte so etwas noch nie gesehen und doch wusste er, was dieses Tor bedeutete.
Was würde er schon verlieren? Eine trostlose staubige Einöde? Quälende Erinnerungen?
Ohne noch ein einziges Mal zurückzuschauen rannte er auf das Feentor zu und sprang in dessen Portal, kurz bevor es sich wieder schloss.